Seit zwei Wochen steht die Behauptung überall: Der Release am 19. November werde die US-Wirtschaft rund eine Milliarde Dollar an verlorener Produktivität kosten. So eine Zahl macht schnell die Runde, und sie lohnt einen genaueren Blick – denn ihre beiden Hälften sind unterschiedlich solide.
Woher die Milliarde kommt
Die Arbeit dahinter ist echt. Der Ökonom José García Montalvo von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona hat modelliert, wie sich geballte Fehlzeiten rund um einen Start dieser Größenordnung auswirken, und kam auf einen kurzfristigen Rückgang der US-Produktivität von rund zwei Prozent für diesen Tag – hochgerechnet auf die Wirtschaftsleistung des Landes sind das etwas mehr als eine Milliarde Dollar. Der plausible Teil des Befundes ist die demografische Schieflage: Männer zwischen 18 und 30, am härtesten trifft es die Technologiebranche.
Das ist eine vertretbare Modellrechnung. Sie ist aber, schon der Konstruktion nach, ein Gedankenspiel mit Schätzwerten und keine Messung.
Woher die 1,5 Millionen kommen
Hier wird es unschärfer. Die Zahl von 1,5 Millionen amerikanischen Beschäftigten, die sich an dem Tag freinehmen, taucht in fast jeder Nacherzählung auf, meist im Gewand eines Umfrageergebnisses – aber die Spur verliert sich schnell. Die Berichterstattung stellt sie neben die Produktivitätszahl, die zuerst 2025 von Cadena SER gemeldet wurde, und diese Kombination scheint eher beim Weitererzählen entstanden zu sein als in der ursprünglichen Arbeit.
Belegen können wir sie nicht, also geben wir sie auch nicht als Fakt weiter. Wo sie mit Nachdruck zitiert wird, ist der Nachdruck unterwegs dazugekommen.
Was nicht strittig ist
Wie die genaue Zahl auch ausfällt, das Muster ist bekannt. Rockstar hat einen Donnerstag gewählt, und zwar mit Absicht: Ein Donnerstag überlässt dem Wochenende die erste Welle – dieselbe Logik steckt hinter jedem großen Unterhaltungsstart, der sich nicht mit einem Montag anlegen will.
Und es gibt einen echten, wenig spektakulären Grund, warum darüber überhaupt geschrieben wird: Das Spiel ist teuer genug und wird sehnlich genug erwartet, dass die Frage „wie viele Leute erscheinen einfach nicht zur Arbeit“ für manche Arbeitgeber zu einer ernsthaften Planungsfrage geworden ist statt zu einem Witz. Das ist das wirklich Neue daran – nicht die Milliarde.
