- September 2013. Ich weiß noch, wie ich mit der Box in der Hand vor dem Regal stand und die Reviews im Kopf durchging, die ich nachts um drei gelesen hatte. GTA 5 war sehr gut geworden – und trotzdem lief ich noch eine Woche herum und vermisste den Geist von San Andreas: das Fitnessstudio, die Dates, das Essen. Ungefähr damals beschloss ich, dass der sechste Teil das alles reparieren würde. Heute wird dieses Spiel dreizehn, und bis zum sechsten sind es dreiundsechzig Tage.
Die Zahlen, die GTA 5 eingefahren hat, lesen sich bis heute wie ein Tippfehler. Nach dem letzten Take-Two-Bericht sind es über 230 Millionen Exemplare, und jedes Quartal kommen rund fünf Millionen dazu – ein Spiel, das älter ist als manche seiner Spieler. Im Oktober 2013 vergab Guinness World Records gleich sieben Weltrekorde auf einmal: meistverkauftes Spiel in den ersten 24 Stunden, am schnellsten auf eine Milliarde Dollar, größter Tagesumsatz aller Unterhaltungsprodukte der Geschichte – Kinofilme eingeschlossen. Guinness-Chefredakteur Craig Glenday sagte damals, Spiele hätten schlicht aufgehört, ein Nischenhobby zu sein. GTA 5 war der Beweis.
Das Wildeste daran: Der Rekordstart war am Ende die kleinere Hälfte der Geschichte. GTA Online hat dieses Spiel durch drei Konsolengenerationen getragen, und die Heists, die Leute 2015 mit Fremden liefen, sind der halbe Grund, warum ein GTA-6-Multiplayer heute als selbstverständlich gilt. Dreizehn Jahre lang bleibt ein Spiel in den Charts – das hat in dieser Branche niemand geschafft, und ich sage das als jemand, der elf dieser Jahre selbst Spiele gebaut hat.
Also: alles Gute, alter Champion. Der Nachfolger kommt am 19. November, und jeder Rekord auf dieser Guinness-Liste steht offen zur Disposition. 2013 stand ich vor dem Regal. Diesmal bin ich derjenige, der den Preload-Bildschirm aktualisiert – der Countdown ist schon unangenehm kurz.
