Jason and Lucia inside a bank vault — official image from An Extended Look

GTA 6 nähert sich fünf Millionen Vorbestellungen – fast 90 Prozent nehmen die Ultimate Edition

Von Alex · Veröffentlicht

Interessant ist nicht die Zahl fünf Millionen. Interessant ist, dass die günstige Version fast niemand genommen hat – das sagt über die nächsten zwei Monate mehr aus als jede Verkaufskurve.

Sensor Tower beziffert die Vorbestellungen für GTA 6 auf knapp fünf Millionen Stück, nach rund 4,4 Millionen Mitte August. Der Sprung kam nach dem 27-minütigen Showcase An Extended Look am 27. August. Dieselbe Auswertung setzt den Umsatz aus Vorbestellungen auf etwa eine halbe Milliarde Dollar an – bevor auch nur eine einzige Kopie ausgeliefert ist.

Hinsehen lohnt sich aber nicht bei der Gesamtzahl, sondern bei der Aufteilung. Die Ultimate Edition für 99,99 $ kommt auf knapp 90 Prozent dieser Vorbestellungen. Zum Vergleich: Sensor Tower selbst ordnet ein, dass Premium-Editionen großer Spiele üblicherweise zwischen 10 und 20 Prozent der Vorbestellungen erreichen und ein Anteil von 50 Prozent schon als starkes Ergebnis gilt.

Warum die Aufteilung mehr zählt als die Gesamtzahl

Zwischen den beiden Editionen liegen zwanzig Dollar. Auf gut vier Millionen Käufer, die zur teuren greifen, ist allein diese Differenz um die 80 Millionen Dollar wert – Geld, das es nur gibt, weil die günstigere Option für die meisten gar keine Option war.

Genau dieser Teil lässt sich schwer vortäuschen. Eine Rekordzahl an Vorbestellungen misst vor allem, wie bekannt ein Spiel ist. Die Aufteilung nach Editionen misst, wie wenig gezögert wird. Wenn neun von zehn Leuten die Version links liegen lassen, die ihnen Geld spart, wägen sie keinen Kauf mehr ab – sie haben längst entschieden, und offen ist nur noch, welches Kästchen sie ankreuzen.

Die Aufteilung nach Plattformen ergibt dasselbe Bild: Rund 77 Prozent der Vorbestellungen entfallen auf PS5, 23 Prozent auf Xbox Series – ein größerer Abstand, als die Verbreitung der beiden Konsolen allein erklären würde.

Take-Two nennt keine Zahl

Bestätigt hat Take-Two davon nichts. In der Analystenkonferenz im August nannte Firmenchef Strauss Zelnick das Niveau der Vorbestellungen „unprecedented and astonishing“, beispiellos und erstaunlich, und sagte, sie hätten die internen Prognosen „vastly“ übertroffen – um dann jede konkrete Zahl zu verweigern, mit der Begründung, die Nachfrage liege so weit außerhalb aller Erfahrung, dass das Unternehmen nicht wisse, was daraus an echten Verkäufen wird.

Diese Haltung ist vorsichtiger, als sie zunächst wirkt. Vorbestellungen lassen sich stornieren, und fünf Monate zwischen ihrem Start und dem Release am 19. November sind eine lange Zeit für eine Reservierung. Zelnick verbucht schlicht keine Zahl, von der er später wieder abrücken müsste.

Bis auf Weiteres ist all das eine Schätzung von Analysten und keine veröffentlichte Tatsache: Sensor Tower modelliert die Daten der Stores, es bekommt sie nicht. Die Richtung des Befundes darf man für belastbar halten, die Nachkommastellen für vorläufig.

Mehr dazu im Wiki →

Neuigkeiten auf Discord

Discord beitreten