TGG, einer der Creator, die die meisten Stunden mit dem Preview-Build verbracht haben, hat eine Behauptung aufgestellt, die nach Hype klingt, bis man sich sein Beispiel ansieht: Die Physik in GTA 6 sei die detaillierteste, die die Branche je hervorgebracht habe. Das Beispiel sind ein paar Sekunden aus der Sequenz mit dem Wasserflugzeug.
Achtet auf den Propeller. Während die Maschine auf dem Wasser liegt, schleudert der Luftstrom der Blätter Gischt in alle Richtungen nach außen – kein vorgefertigter Spritzer unter dem Rumpf, sondern Tropfen, die sich vom Propeller lösen und sich dorthin verstreuen, wohin der Luftstrom sie tatsächlich drücken würde. Das ist so unscheinbar, dass ihr es bei normaler Geschwindigkeit überhaupt nicht bemerkt.
Warum ein Detail, das niemand sieht, der springende Punkt ist
Große Effekte lassen sich billig faken. Eine Explosion ist ein Partikelsystem und ein Geräusch; niemand prüft, ob die Trümmer der Physik gehorchen. Propellergischt ist etwas anderes: Damit sie stimmt, muss die Wasseroberfläche auf den Luftstrom reagieren, die Tropfen müssen diesen Impuls mitnehmen, und das Ganze muss auch dann noch funktionieren, wenn der Spieler die Maschine in Schräglage bringt. So etwas baut man nur, wenn die Wassersimulation dahinter echt ist, weil es keinen billigeren Weg dorthin gibt.
Deshalb ist dieses eine Bild ein besseres Argument als jeder Stichpunkt. Eine Feature-Liste sagt „fortschrittliche Wasserphysik“. Ein Propeller, der Gischt zur Seite wirft, ist die Wasserphysik, die man bei der Arbeit erwischt hat, als sie nicht wusste, dass jemand zusieht.
Worauf TGG am meisten Wert legt: Das ist rohes Gameplay-Material, ohne Nachbearbeitung und ohne zusätzliche Effekte. Was der Propeller auf dem Bildschirm macht, macht die Engine auf einer PS5.
Der Vorbehalt
Ein Creator, ein Clip, eine Deutung. Die weitergehende Behauptung von TGG – dass nichts in der Branche da mithält – ist eine Meinung, und zwar eine von der Sorte, die schlecht altert, sobald jemand ein Gegenbeispiel postet. Die Gischt selbst ist im Bild, jeder kann sie überprüfen; der Superlativ ist seine Sache. Unsere eigene Analyse dazu, was die Engine nachweislich leistet, steht auf der Seite zur Grafiktechnik.
