Erinnert ihr euch, wie Rockstar früher Gameplay gezeigt hat? Red Dead Redemption 2 bekam saubere Videos mit einem Sprecher, der jede Einstellung erklärt hat. An Extended Look hat das alles rausgeworfen: fast siebenundzwanzig Minuten, und von Anfang bis Ende nur Spiel. Kein Moderator, keine Entwicklergesichter, keine Einspieler im Stil von „und jetzt zur Story“.
Rob Nelsons Erklärung ist simpel: Das Spiel hätte sowieso nicht reingepasst. „Wir können unmöglich jedes Element des Spiels in kurzer Zeit oder allein über Trailer vorstellen“, sagte er Famitsu. Mechaniken, Details, die Größe der Welt – ein ganzer Berg davon blieb außen vor, damit das Video nicht noch länger wird.
Ich habe selbst Showreels geschnitten, und normalerweise läuft die Logik andersherum: Interviews und Off-Stimme kommen rein, wenn das polierte Material nicht reicht, um die Laufzeit zu füllen. Rockstar hat die Interviews rausgeworfen, um mehr Spiel unterzubringen, und musste trotzdem kürzen. Das sagt mir mehr über die Größe von GTA 6 als jede Zahl. Wobei es auch eine Zahl gibt: Im Interview mit der New York Times hat Nelson seinen eigenen Durchlauf durch die Story samt Nebenmissionen auf rund 80 Stunden geschätzt.
Was genau nicht reingepasst hat, finden wir selbst heraus: nach dem Release, auf der Straße, durch Zufall. Irgendwo in diesem Berg hinter der Kamera liegen Mechaniken, von denen wir nicht mal wissen, dass wir auf sie warten sollten. Ich denke immer öfter: Der beste Teil der Show ist der, den sie uns nicht gezeigt haben.
